
Wir gehen rein, finden die Forschungsanlage, sichern die Daten und verschwinden wieder, bevor jemand merkt, dass wir überhaupt dort waren. Was auf Port Ferme passiert ist, spielt keine Rolle. Mehr müssen wir nicht wissen.
Freitag, 30. Oktober 2026
20:00 — Open End
NTF Einsatz Server
Passwort ••••••••
Online ab 30.10., 15:00 Uhr
eincaipi
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SPECIMEN 13
Seit dem Einschlag der Atombombe auf Port Ferme durch NSG sind nun wenige Tage vergangen.
Die Chefetage kann sich keinen besseren Zeitpunkt vorstellen, um die Forschungsdaten zu stehlen, als in diesem fragilen Moment. In eine Einschlagszone reisen, um Daten zu stehlen? Ich weiß nicht, was ich davon halten soll.
Angeblich wurde Port Ferme bereits lange vor dem Einschlag für militärische Forschungszwecke genutzt. Mehr Informationen bekommen wir nicht. Nur, dass sich irgendwo auf der Insel noch Daten, Proben und Forschungsunterlagen befinden sollen, deren Wert den Einsatz rechtfertigt. Was genau dort erforscht wurde, bleibt unter Verschluss.
Die Aufklärung spricht von keiner nennenswerten feindlichen Präsenz. Keine aktiven Stellungen, keine Fahrzeuge, kein Funkverkehr. Seit dem Einschlag wurde auf der Insel überhaupt kaum noch etwas registriert. Das sollte beruhigend sein. Tut es aber nicht.
Satellitenbilder zeigen zerstörte Ortschaften, ausgebrannte Wälder und einen großen Teil der Infrastruktur in Trümmern. Einige Bereiche sind aufgrund der Strahlung praktisch nicht zugänglich. Andere sehen beinahe unberührt aus.
Vor zwei Tagen wurde eine Drohne über dem südlichen Teil der Insel verloren. Offiziell ein technischer Defekt. Eine zweite Drohne verschwand wenige Stunden später im selben Gebiet.
Gestern fing eine Aufklärungsstation für knapp neun Sekunden einen Funkspruch von Port Ferme auf. Keine bekannte Frequenz, nur eine Stimme. Sie wiederholte immer wieder dieselben Zahlen. 13. Danach brach das Signal ab.
Unser Auftrag bleibt trotzdem unverändert. Wir gehen rein, finden die Forschungsanlage, sichern alles, was nach Daten, Proben oder Versuchsmaterial aussieht. Dann verschwinden wir wieder, bevor irgendjemand merkt, dass wir dort waren.
Die Einsatzleitung rechnet mit einem Zeitfenster von wenigen Stunden. Keine Ahnung, warum.
Mir gefällt vor allem nicht, dass uns vor dem Abflug noch eine zusätzliche Anweisung gegeben wurde. Sollten wir auf der Insel auf Überlebende treffen, dürfen wir sie nicht mitnehmen. Nicht untersuchen. Nicht behandeln. Nicht einmal anfassen.
Seit einer Stunde versucht unser Funker, Kontakt zur vorgeschobenen Aufklärung aufzunehmen. Niemand antwortet.